VICTAS ist ein japanischer Tischtennis-Ausstatter, seit 2013 auch auf dem europäischen Markt vertreten und seit 2017 Partner des LMC. Das ist eigentlich schon Grund genug, sich mit Peter Franz – dem Geschäftsführer der VICTAS Vertretung in Europa – zu unterhalten. Aber Peter Franz kann auch auf eine beachtliche Karriere als Tischtennis-Profi zurückblicken. Hier ein kleiner Auszug: Er hat zweimal an Olympischen Spielen teilgenommen. Mit den TTF Liebherr Ochsenhausen wurde er zweimal deutscher Meister. Als einziger Tischtennisspieler hat er es geschafft, die Champions League sowohl als Trainer (AS Pontoise Cergy) als auch als Spieler (CAEN TTC) zu gewinnen.

Wir haben uns mit Peter Franz über seine Verbundenheit zu Ochsenhausen, japanische „Wunderkinder“ und die Olympischen Spiele 2020 unterhalten. Am Ende verrät er uns auch noch seine Prognose für die Goldmedaille im Mannschafts-Wettbewerb…

„Unser weltweites Mitarbeiter-Team verfügt über ein immenses Know-how, um unsere Kunden bestmöglich zu versorgen.“

PETER FRANZ

VICTAS – Produkte

Peter, was zeichnet VICTAS Deiner Meinung nach besonders aus?

Wir sind eine junge, moderne Marke mit einem innovativen und hochwertigen Sortiment. Der Name Victas setzt sich aus den beiden Wörtern ‚Victory‘ (engl: Sieg) und „ashita“ (jap: morgen) zusammen, was soviel heißt wie „Die Sieger von morgen“. Zusammen mit dem Marken-Slogan „I am next“ möchten wir unser Motto sowohl für unsere Produkte als auch für unsere Spieler, unsere Teams sowie für uns als Marke verwirklichen.

Bei VICTAS kommen nur die hochwertigsten Materialien zum Einsatz. Unser weltweites Mitarbeiter-Team verfügt über ein immenses Know-how, um unsere Kunden bestmöglich zu versorgen. Ich denke, hier sind wir wirklich sehr gut aufgestellt.

Hier das aktuelle Commercial von VICTAS:

 

Inwiefern kannst Du als ehemaliger Topspieler Deine Erfahrungen in die Entwicklungen bei VICTAS einfließen lassen?

Durch meine jahrelangen Erfahrungen und endlosen Aufenthalte in Tischtennishallen kann ich ganz gut einschätzen, welche Materialien ein Tischtennisspieler wirklich benötigt. Außerdem kann ich die Qualität und Eigenschaften des Materials bei Produkttests relativ schnell einschätzen und meine Verbesserungsvorschläge – falls sie nötig sind – weitergeben.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich in diesem Bereich auch noch viel von meinen Kollegen lernen kann, die sich bis auf das kleinste Detail schon jahrelang mit unseren Produkten beschäftigen.

Apropos Entwicklungen: An was arbeitet VICTAS gerade, kannst Du uns einen kleinen Einblick geben?

Das Highlight der nächsten Jahre werden natürlich die Olympischen Spiele in Tokyo 2020 sein. Es wird mit Hochdruck an den Designs für die Textilien der japanischen Nationalmannschaft gearbeitet.

Grundsätzlich sind wir mit allen Produkten sehr zufrieden. Herausheben möchte ich jedoch die V > 15 Serie bei den Belägen, die so gut wie alle unsere Top-Spieler einsetzen. Ich selber spiele den V > 15 EXTRA, wenn ich die Zeit zum Spielen finde.

„Im LMC wird absolute Toparbeit geleistet und aus meiner Sicht gibt es für junge Spieler keine besseren Optionen in Europa sich positiv zu entwickeln als hier in Ochsenhausen.“

PETER FRANZ

VICTAS – TT in Japan

Tischtennis ist in Japan sehr beliebt. Entsprechend ist die Förderung der Profis. Warum ist eine Zusammenarbeit mit dem LMC für VICTAS dennoch interessant und wichtig?

Natürlich gibt es auch in Japan sehr gute Trainingsmöglichkeiten. Aber im LMC wird absolute Toparbeit geleistet und aus meiner Sicht gibt es für junge Spieler keine besseren Optionen in Europa sich positiv zu entwickeln als hier in Ochsenhausen. Außerdem ist es für japanische Spieler auch sehr wichtig ihre Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Allgemein finde ich, dass Ochsenhausen und VICTAS sehr gut zusammenpassen, weil wir in vielen Bereichen ähnliche Ziele und Vorgehensweisen haben.

Was unterscheidet den Markt in Deutschland bzw. Europa von Japan bzw. Asien?

Sicherlich gibt es viele Unterschiede in den Märkten. Grundsätzlich wollen aber alle Tischtennisspieler das Gleiche, nämlich sehr gute Produkte. Allerdings ist das Qualitätsbewusstsein bei den Japanern noch ausgeprägter. Hier sind wirklich ausschließlich hochwertige Produkte gefragt und es wird auf jedes kleinste Detail sehr viel Wert gelegt.

Japan hat endlich seine neue Profiliga – die T.League. Was verspricht man sich von diesem neu eingeschlagenen Weg?

Wir sind neben drei anderen Tischtennismarken auch Sponsoren der T.League. Ich denke, es ist eine sehr interessante Liga. Sie hat gleich einen fulminanten Start hingelegt und man sieht in der Besetzung der Teams die Professionalität der Liga. Der Chairman der T.League ist Koji Matsushita, auch Gründer der Marke VICTAS. Alles was er macht, hat Hand und Fuß und führt zum Erfolg. Er war jahrelang in der Bundesliga und in Frankreich tätig und hat sicherlich auch einige Ideen von hier mitgenommen.

Ich glaube man wird von der T.League noch viel hören.

 

INFOBOX

Koji Matsushita ist Ehrenpräsident von VICTAS und war bis zur Gründung der Marke im Jahr 2011 japanischer Tischtennisprofi. Er spielte unter anderem für den schwedischen Verein Falkenbergs BTK und Borussia Düsseldorf. Er wurde durch sein spektakuläres Abwehrspiel bekannt.


Ein Auszug seiner Erfolge:

  • viermaliger japanischer Meister im Einzel
  • viermalige Teilnahme an Olympischen Spielen
  • zwei Bronzemedaillen im Doppel und mit der Mannschaft bei Weltmeisterschaften

2009 beendete er seine aktive Laufbahn, doch bevor er bei VICTAS aktiv wurde, stellte er zusammen mit Hiroshi Kamura einen Weltrekord auf:
längster Ballwechsel – mit einer Dauer von sensationellen:
8 Stunden, 34 Minuten und 29 Sekunden.
(Hinweis: Mittlerweile gibt es seit 2014 von zwei Spielern aus London einen neuen Rekord: 8 Stunden, 40 Minuten und 10 Sekunden.)

INFOBOX

Koji Matsushita ist Ehrenpräsident von VICTAS und war bis zur Gründung der Marke im Jahr 2011 japanischer Tischtennisprofi. Er spielte unter anderem für den schwedischen Verein Falkenbergs BTK und Borussia Düsseldorf. Er wurde durch sein spektakuläres Abwehrspiel bekannt.


Ein Auszug seiner Erfolge:

  • viermaliger japanischer Meister im Einzel
  • viermalige Teilnahme an Olympischen Spielen
  • zwei Bronzemedaillen im Doppel und mit der Mannschaft bei Weltmeisterschaften

2009 beendete er seine aktive Laufbahn, doch bevor er bei VICTAS aktiv wurde, stellte er zusammen mit Hiroshi Kamura einen Weltrekord auf:
längster Ballwechsel – mit einer Dauer von sensationellen:
8 Stunden, 34 Minuten und 29 Sekunden.
(Hinweis: Mittlerweile gibt es seit 2014 von zwei Spielern aus London einen neuen Rekord: 8 Stunden, 40 Minuten und 10 Sekunden.)

„Nach Einschätzungen in Japan, ist ein Kind, das im Alter von sechs Jahren anfängt Tischtennis zu spielen, zu alt.“

PETER FRANZ

Peter Franz – persönlich

Du hast von 1995 bis 1997 und von 1999 bis 2001 für Ochsenhausen in der 1. Mannschaft gespielt und bist 1997 und 2000 mit der Mannschaft Deutscher Meister geworden. Fühlst Du Dich deswegen dem LMC in Ochsenhausen als Kooperationspartner von VICTAS besonders verbunden?

Ja, natürlich fühle ich mich besonders verbunden zum LMC und zu Ochsenhausen. Ich habe hier nicht nur eine sehr erfolgreiche und eine sehr schöne Zeit gehabt, ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an Ochsenhausen und kenne den Verein und die handelnden Leute schon sehr, sehr lange. Mit Kristijan und – dem leider verstorbenen – Rainer Ihle habe ich immer eine sehr gute Beziehung oder sogar Freundschaft gepflegt. Es ist einfach beeindruckend was hier entstanden ist und Rainer wäre mit Sicherheit sehr stolz, wenn er das noch hätte miterleben dürfen.

Bereits vor unserer Kooperation habe ich fast allen Spielern empfohlen, nach Ochsenhausen zum Training ins LMC zu gehen, weil ich es einfach für optimal halte. Die Betreuung und die Trainingsmöglichkeiten, die einem hier geboten werden, sind meiner Meinung nach einmalig in Europa.

Wie wird man vom Deutschen Mannschaftsmeister zum Geschäftsführer der Europäischen Vertretung eines japanischen Tischtennis-Ausrüsters?

Der Kontakt nach Japan kam mit Sicherheit durch meine Teilnahme am japanischen Super Circuit (Anm.: eine Tischtennis-Turnierserie für Herren in Japan), bei dem ich vier Jahre als Spieler antrat. Dort habe ich auch mit Koji Matsushita gespielt, mein früherer Chef bei VICTAS. Der Kontakt zu ihm ist nie abgebrochen und irgendwann fragte er mich, ob ich für ihn arbeiten möchte. Trotz vieler interessanter Angebote zum gleichen Zeitpunkt, habe ich nicht lange gebraucht, um zuzusagen.

Was ist, Deiner Meinung nach, der größte Unterschied zwischen europäischem und japanischem Tischtennis?

Für mich liegt der größte Unterschied nicht im Spielsystem sondern: In Japan fangen die Kids einfach sehr früh an, Tischtennis zu spielen. Nach Einschätzungen in Japan, ist ein Kind, das im Alter von sechs Jahren anfängt Tischtennis zu spielen, zu alt. Die Tendenz geht aktuell dahin, dass Kinder schon mit drei Jahren anfangen Tischtennis zu spielen und regelmäßig zu trainieren, was in Deutschland schwer vorstellbar ist. Das hat jedoch zur Folge, dass es in Japan immer mehr sogenannte „Wunderkinder“ gibt, die schon in sehr jungen Jahren absolut hochklassiges Tischtennis spielen können. Für das europäische Tischtennis wird das – meiner Meinung nach – nicht ganz einfach werden, diesen Vorsprung an Trainingsquantität und -qualität aufzuholen.

Momentan haben wir in Deutschland ein superstarkes Team mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov oder auch VICTAS-Spieler Benedikt Duda. Das ist für den Moment sehr gut, aber in fünf bis zehn Jahren wird man da vielleicht schon einen größeren Unterschied bemerken.

Olympia

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo sind für VICTAS ein Heimspiel. Wie müssen wir uns Eure Vorbereitungen vorstellen?

Wir sind Textil-Ausrüster der japanischen und der koreanischen Nationalmannschaft, welche mit Sicherheit zwei absolute Medaillen-Kandidaten sind. Gerade konzentrieren wir uns darauf, das Design für die Textilien zu entwerfen. Wir bereiten uns intensiv auf den zu erwartenden Boom vor, der durch die japanische Nationalmannschaft – in unseren Textilien – bei den Olympischen Spielen ausgelöst wird.

Während der Spiele freuen wir uns natürlich am meisten auf die Tischtennis-Wettbewerbe. Ich bin nun ja nicht mehr als Sportler dabei, aber ich habe an zwei Olympischen Spielen teilgenommen und kann nur sagen, dass die Spiele mit Abstand das größte Ereignis für jeden Sportler sind.

Wie lautet Dein Tipp für die Olympischen Spiele 2020?

Es gibt aus meiner Sicht vier klare Medaillen-Kandidaten im Mannschaftswettbewerb. Das sind natürlich China sowie Japan, Deutschland und Korea. Wir sind froh, dass wir zwei von diesen vier Mannschaften mit Textilien ausstatten. Ich schätze die japanische und die deutsche Nationalmannschaft ungefähr gleich stark ein – rechne der japanischen Nationalmannschaft jedoch etwas mehr Chancen gegen China aus. Beide sind für mich aber absolute Medaillen-Kandidaten.

China ist zwar – wie immer – der Top-Favorit, aber ich denke, dass  – mit dem Heimvorteil und der verbleibenden Vorbereitungszeit bis zu den Wettkämpfen – auch Japan Olympiasieger werden kann. Mein Tipp ist somit Gold für Japan in VICTAS.

© Fotos: VICTAS