Am LMC dreht sich alles um die Champions von morgen. Als Repräsentant von DONIC hatten wir das große Vergnügen, mit einem zu sprechen, der von dem Gefühl erzählen kann, was es heißt, ein echter Champion zu sein.

Steffen Fetzner wurde 1989 gemeinsam mit Jörg Roßkopf – vor 10.000 Zuschauern – Tischtennis-Weltmeister im Doppel. Als Produktmanager bei DONIC – einem unserer Premium Partner – ist er der Tischtennis-Szene erhalten geblieben. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

„Damals hat einfach alles gepasst – nicht nur für uns, sondern auch für das Tischtennis insgesamt. Diese Ereignisse haben sicherlich zur Professionalisierung des Sports in Deutschland beigetragen.“

STEFFEN FETZNER

Fragen an den Weltmeister

Vor 30 Jahren bist Du gemeinsam mit Jörg Roßkopf Weltmeister im Doppel im eigenen Land geworden. Wie hat der Sieg dein Leben damals und heute beeinflusst?

Der Titelgewinn hat damals und auch heute – in seinem dreißigsten Jahr – hohe mediale Wellen geschlagen. Daran kann man meiner Meinung nach immer noch erkennen, welchen Stellenwert er hatte.
Sicherlich wäre ich heute ein anderer Steffen. Der Titel hat mein ganzes Leben als Profisportler, aber auch mein Leben darüber hinaus maßgeblich geprägt.

Steffen, Hand aufs Herz: Habt ihr wirklich gar nicht damit gerechnet, dass ihr Chancen auf den Titel habt?

Es war damals schon eine Sensation – auch für uns. Dass wir zur erweiterten Weltspitze gehören, hat man an der Setzungsliste gemerkt. Wir waren sicherlich keine Titelanwärter, aber auch keine Qualifikanten mehr.  Im gleichen Jahr hatten wir beispielsweise schon die Internationalen Deutschen Meisterschaften – heute: German Open – gewonnen, was aber natürlich in keinem Fall mit der Weltmeisterschaft vergleichbar ist.

Ende der 80er waren die Chinesen bereits dominierend. Es war zu der Zeit schon etwas Besonderes, dass nun bei dieser Weltmeisterschaft die Europäer wieder mitspielen konnten. Wir – als deutsches Duo – hatten das Doppel gewonnen und mit den beiden Schweden standen Jörgen Persson und Jan-Ove Waldner, zwei Europäer, im Finale des Herreneinzels. Diese Weltmeisterschaft hatte kurz die Verhältnisse im Welttischtennis einmal durcheinandergewürfelt, auch wenn die Chinesen im Anschluss wieder Ihre Dominanz ausgespielt haben. Dennoch gab es in den Jahren 1989, 1991 und 1993 eine kurze europäische Dominanz.

Natürlich war es für uns auch ein ganz besonderer Sieg, weil wir Weltmeister im eigenen Land wurden. Das sorgte für eine viel größere Medienpräsenz, als wenn wir irgendwo in Asien den Titel gewonnen hätten. Damals hat einfach alles gepasst – nicht nur für uns, sondern auch für das Tischtennis insgesamt. Diese Ereignisse haben sicherlich zur Professionalisierung des Sports in Deutschland beigetragen.

Beim Thema Professionalisierung sind wir ja schnell beim LMC. Hättest Du damals gern so einen Trainingsstandort wie das LMC gehabt?

Wir hatten damals unseren Trainingsmittelpunkt in Düsseldorf. Das war aber keinesfalls vergleichbar mit den Bedingungen der heutigen Trainingszentren. Wir hatten einen Trainer und einen Physiotherapeuten, aber mehr gab es auch nicht. Die jungen Spieler heutzutage sind in der glücklichen Situation, sich voll auf ihr Training und ihren Beruf konzentrieren zu können, das war damals bei uns noch anders. Dieses professionelle Umfeld mit seiner Rundumbetreuung, wie es das LMC seinen Spielern bietet, davon konnten wir nur träumen. Das ist aber genau das, was es braucht, damit sich junge Talente in der Weltspitze positionieren können.

Welche Eigenschaften haben denn Euch als Doppel – persönlich und sportlich – so stark gemacht?

Zum einen waren wir damals schon sehr, sehr eng befreundet. Wir haben zusammen in der Schüler- und Jugend-Nationalmannschaft gespielt. In Düsseldorf haben wir zusammen in einer Wohnung gelebt – wir haben uns privat auch sehr gut verstanden. Das hat sich auf das Spielerische übertragen. Ich als der Vorbereiter und Jörg als der Killer – wie man ihn bezeichnet hat. Die perfekte Kombination hat einfach unser gutes Doppel ausgemacht.

Was sind Deiner Meinung die wichtigsten Eigenschaften, die ein Talent mitbringen muss, um den Durchbruch in die Weltspitze zu schaffen?

Meiner Meinung nach ist Bodenhaftung ganz entscheidend. Motivation und Ehrgeiz sind ebenfalls unabdingbar. Die Spieler müssen mit den richtigen Zielsetzungen arbeiten. Es reicht nicht, nationaler Meister werden zu wollen, der Spieler muss ganz klar die größten Titel gewinnen wollen. Aber genauso wichtig sind Spiel-intelligenz, Durchsetzungsvermögen und ein gesunder Egoismus.

Was müsste Deiner Meinung nach heute passieren, um noch einmal einen solchen Boom auszulösen?

Tischtennis ist eine sehr schnelle und sehr komplexe Sportart, sodass ein Laie kaum die Möglichkeiten hat sich einen Zugang zum Spiel zu verschaffen. Tischtennis ist einfach nicht auf Anhieb zu verstehen. Es gibt schon viele Bemühungen die Präsentation des Sports zu verbessern und es gibt viele Fortschritte. Wir haben Aushängeschilder wie Boll oder Ovtcharov, dennoch gelingt es uns nicht, den Sport auch für die Medien interessanter zu machen. Das ist eine große Herausforderung für die ganze Branche, aber wir bleiben am Ball.

Talente

Für DONIC trainieren Jakub Dyjas, Irvin Bertrand, Koyo Kanamitsu am LMC. Was zeichnet die drei für Euch persönlich und spielerisch aus, sodass Sie zu Eurer Marke passen?

Jakub begleiten wir schon viele Jahre. Er war einer der ersten Spieler, die für uns am LMC trainiert haben. Jakub zeichnet sein unbedingter Wille und seinen Ehrgeiz aus. Für seinen Traum hat er sein Elternhaus in Polen schon in jungen Jahren verlassen und ist nach Ochsenhausen gegangen. Er hat sich dort im tagtäglichen Training bewiesen. Sein Engagement hat sich ja auch gelohnt, da er heute zu den Stammspielern der TTF Liebherr Ochsenhausen gehört. Kerneigenschaften: Talent, Wille, herausragende Rückhand.

Irvin ist ein absolutes Talent. Er hat ein wahnsinnig ausgeprägtes taktisches Gespür und taktisches Verständnis. Zudem zeichnet ihn sein außergewöhnliches Ballgefühl aus.

Kojo ist ein sehr fleißiger Spieler. Er hat großen Ehrgeiz, Disziplin und Einsatzbereitschaft. Er ist von Japan nach Ochsenhausen gegangen und hat dadurch besonderen Mut bewiesen, der ihn sicherlich auch in seiner Tischtennis-Karriere weiterbringen wird.

„Dieses professionelle Umfeld mit seiner Rundumbetreuung, wie es das LMC seinen Spielern bietet, davon konnten wir nur träumen. Das ist aber genau das, was es braucht, damit sich junge Talente in der Weltspitze positionieren können.“

STEFFEN FETZNER
© Fotos: DONIC, Franz-Peter-Tschauner