Was hat der 1. FC Köln mit dem Liebherr Masters College zu tun?

Ganz einfach: Björn Helbing aus der 2. Bundesliga des 1. FC Köln ist nicht nur leidenschaftlicher Tischtennisspieler und stand schon bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Treppchen – er ist außerdem Product Manager bei andro, die als Partner das LMC unterstützen. Wir haben uns mit ihm über eSport, Anderssein und – natürlich – Tischtennis unterhalten.

„Seit vielen Jahren unterstützen wir Vereine und Verbände bei der Umsetzung von Turnieren und Projekten, um den Nachwuchs für den Sport zu begeistern.“

BJÖRN HELBING

andro & BeDifferenTT

Welche Rolle spielt das Thema „Aufbruch“ bei andro?

„Aufbruch“ steht für das Aufbrechen alter Strukturen, um neue zu entwickeln und zu etablieren. All das soll einen Start, einen Beginn einläuten.

andro ist seit jeher eine Marke, die versucht, anders zu sein und manchmal auch zu überraschen. Wir möchten andere Wege gehen und lassen daher häufig Altes und Gewohntes hinter uns. Seit Bestehen von andro hat es schon viele solcher Entscheidungen und Richtungswechsel gegeben und es werden sicherlich noch einige folgen.

Was macht ihr, um anders zu sein?

Seit vielen Jahren unterstützen wir Vereine und Verbände bei der Umsetzung von Turnieren und Projekten, um den Nachwuchs für den Sport zu begeistern. Unser bisher erfolgreichstes Projekt sind sicherlich die andro Kids Open, mit denen wir jährlich bis zu 1.500 Kinder in die Düsseldorfer Leichtathletikhalle locken.
Darüber hinaus haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den Sport professioneller und aufregender darzustellen. Mit frischen Designs und hoher Qualität bei Textilien oder aber mit einem spannenden Eventstand bei der WM in Düsseldorf möchten wir nicht nur andro in den Fokus rücken, sondern auch den gesamten Tischtennissport.

Welche Bedeutung hat für Euch die Entwicklung von eSports für die Attraktivität des Tischtennissports bei Kindern und Jugendlichen?

Das ist sehr schwierig einzuschätzen, vor allem für unsere Generation. Tischtennis ist und bleibt ein Sport, der in der Halle oder in der Freizeit unter freiem Himmel stattfindet. Wie sehr Tischtennis in der digitalen Welt hierfür eine Ergänzung oder Abwechslung darstellen kann, hängt von der Qualität der Entwicklung ab. Wer unseren Stand bei der WM in Düsseldorf besucht hat, der kann sich gut vorstellen, wohin die Reise geht. Dort haben wir ein interaktives Spiel auf die Oberfläche des Tisches projiziert. Der Spieler musste bewegliche Ziele treffen und konnte im besten Fall einen andro RASANTER seiner Wahl gewinnen.

„Insgesamt ist die Produktentwicklung ein sehr spannender Prozess, der umso mehr Freude bereitet, wenn man anschließend im Dialog mit den Spielern direkte Rückmeldungen bekommt.“

BJÖRN HELBING

andro & Produkte

Was macht deiner Meinung nach einen perfekten Schläger aus?

Den ultimativen, perfekten Schläger gibt es eigentlich nicht. Schließlich hat jeder Spieler seinen eigenen Stil und seine eigenen Vorlieben in Bezug auf das Schlägermaterial. In meinem Falle besteht der perfekte Schläger aus einem andro Treiber Q, was ein recht hartes und schnelles Carbonholz ist, sowie aus andro Rasanter R50 für die Vorhand und andro Rasanter R47 für die Rückhand. Hinzu kommt noch und das ist in meinem Falle wohl der „besondere“ Part –, dass ich den Griff meines Schlägers mit Schmirgelpapier so zurechtgeschliffen habe, dass mir bei meiner seltsamen Vorhandtechnik nichts im Wege steht.

Was sind eure Ansprüche bei andro?

Wir haben in erster Linie sehr hohe Ansprüche an die Qualität unserer Produkte. Um diese Qualität zu gewährleisten, testen wir unsere Produkte sehr sorgfältig sowohl in der Entwicklungsphase als auch später, wenn das Produkt schon auf dem Markt ist. Nur so kann eine stabile Qualität garantiert werden.
Darüber hinaus muss ein Produkt natürlich auch Sinn für die Kunden und uns machen. Wir möchten die andro Produktrange so gestalten, dass die Spieler sich jederzeit darin zurechtfinden können.

Wie entwickelt ihr ein neues Produkt?

Das hängt natürlich sehr davon ab, ob es sich um ein Hemd, eine Tasche, ein Holz oder einen Belag handelt. Grundsätzlich ist es so, dass wir im Team Produktideen entwickeln und dann zusammen mit dem Lieferanten/Produzenten über die Verwirklichung sprechen. Daraus folgen Testmuster, die wir in unserem Entwicklungsteam auf Herz und Nieren testen. Dabei greifen wir häufig auf viele verschiedene Spielsysteme und Level zurück. Unsere Produktentwicklung wird ja nicht nur von mir befeuert, sondern zum Beispiel auch von Damien Eloi, der ehemaligen Nr. 11 der Tischtenniswelt und mehrfachem Teilnehmer an Olympischen Spielen. Je nach Produkt können wir dazu noch auf Spieler aus nahezu allen Spielklassen zurückgreifen, denn unser Team besteht ja überwiegend aus aktiven TT-Spielern. Auch sie testen häufig Produkte, wodurch wir wertvolles Feedback bekommen.
Sollten all diese Tests erfolgreich sein, begeben wir uns an die Feinabstimmung für die Produktion.
Nebenbei wird bereits fleißig am Produktdesign bis hin zum Marketing gearbeitet.
Insgesamt ist die Produktentwicklung ein sehr spannender Prozess, der umso mehr Freude bereitet, wenn man anschließend im Dialog mit den Spielern direkte Rückmeldungen bekommt.

Was ist aktuell in der Entwicklung bzw. auf was können sich die Spieler freuen?

Dazu möchte ich nur verraten, dass wir fleißig an neuen und interessanten Produkten arbeiten.

Björn

Würdest du sagen, dass du als Tischtennisspieler „anders“ bist?

Das denke ich eher nicht. Vermutlich hat das viele Testen und Ausprobieren nur insofern eine Wirkung gehabt, als dass ich die Dinge hinsichtlich des Materials viel sachlicher sehe und nicht mehr so sehr an z. B. ein Holz gebunden bin. Ich habe fast immer neben meinem eigenen Schläger noch mindestens einen Schläger in der Tasche, der aus verschiedenen Testmustern zusammengesetzt ist. Beim Training wechsle ich häufiger mal zwischen diesen Schlägern hin und her. Auch bei Wettkämpfen ist es schon vorgekommen, dass ich ohne vorheriges Training mit einem völlig neuen Schläger an den Tisch gegangen bin. Das macht mir nicht mehr viel aus heutzutage.

Erzähle von der Meisterschaft – wie war es, auf dem Treppchen zu stehen?

Ich komme aus einer wahren TT-Familie und habe das Geschehen bei solch großen Turnieren daher auch schon als Kind immer sehr eifrig verfolgt. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich auch mal irgendwann auf dem Treppchen bei einer Deutschen Meisterschaft stehen würde, hätte ich ihm den Vogel gezeigt. Ich muss also zugeben, dass das für mich ein sehr emotionaler Moment war. Und wohl auch für meine Eltern, die früher mit mir viel Zeit auf den Autobahnen NRWs verbracht haben, um mich zum Training und zu Turnieren zu fahren.
Im Vergleich zu den Erfolgen, die die Talente des LMC einfahren, ist solch eine Medaille bei einer nationalen Meisterschaft nicht unbedingt etwas Besonderes. Für mich ist es jedoch auch deswegen ein besonderer Moment gewesen, da sich bei einer nationalen Meisterschaft Amateure und Profis am Tisch treffen. Wenn du es als Amateur schaffst, bei solch einem Turnier gegen manch einen Profi zu bestehen, dann ist das eben schon eine Leistung, auf die man gewissermaßen stolz sein kann.

Was verlangt es von dir persönlich und von deinem Körper, um so weit zu kommen?

Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube, man muss eine gewisse Liebe zum Sport mitbringen, denn durch die viele Zeit in der Halle verzichtet man schon in jungen Jahren auf vieles. Die Zeit mit Freunden zum Beispiel ist sehr knapp bemessen.
Darüber hinaus sind Disziplin und Fitness gefragt. Wobei Letzteres bei mir seit jeher durchaus verbesserungswürdig ist.
Kurzum: Man muss viel Zeit investieren und bereit sein, an sich zu arbeiten und sich zu hinterfragen.
An dieser Stelle kann man durchaus auch den Bogen spannen zum LMC. Denn den Spielern in der Trainingshalle dort merkt man sofort an, dass sie zu allem bereit sind.

Wie wichtig ist das Equipment dabei?

Ich denke, sowohl beim Amateur als auch beim Profi spielt das Equipment eine große Rolle. Das Equipment hilft den Spielern dabei, ihren eigenen Stil und ihre Technik zu entwickeln. Im Profisport ist es darüber hinaus wichtig, regelmäßig das eigene Equipment zu hinterfragen und zu prüfen, ob noch Verbesserungspotenzial vorliegt. Brauche ich vielleicht einen härteren Belag auf der Vorhand? Ist mein Holz schnell genug? Vielleicht schafft der Spieler es auf diesem Wege, noch einmal 1 % mehr seines Leistungspotenzials zu aktivieren. Und eventuell helfen ihm genau diese 1 %, wenn es im Punktspiel in den Entscheidungssatz geht.
Gleichzeitig ist es wichtig, sich nicht zu abhängig vom Material zu machen. Wer seine Ergebnisse am Ende nur noch mit Blick auf das Equipment bewertet und dabei seine eigene Leistung außer Acht lässt, der sollte sich schnell wieder auf das Wesentliche konzentrieren: den Tischtennissport.

© Fotos: andro