Daniel ist 33 Jahre alt, war selbst Tischtennisprofi und Mitglied der ungarischen Nationalmannschaft. 2012 vertrat er Ungarn sogar bei den Olympischen Spielen in London als Teil des Tischtennisteams seines Landes. Aber das ist nicht der Grund, warum wir Dir Daniel hier vorstellen.

Daniel verantwortet eine wichtige Position am LMC. Er ist der Sportmanager – die Schnittstelle zwischen den LMC-Talenten, den Trainern und dem Management. Er hat das erforderliche Verständnis und Know-how für beide Seiten: Er war selbst Profi und hat parallel Sportmanagement studiert. Daniel weiß also, was die Talente und die Trainer brauchen, um erfolgreich arbeiten zu können. Er weiß darüber hinaus, dass das LMC nur erfolgreich sein kann, wenn es wirtschaftlich ist. Daniel begleitet damit eine Schlüsselposition am LMC und das macht ihn für uns zu einem sehr interessanten Gesprächspartner.

„Sport gibt Dir ein tolles Lebensgefühl, wenn es aktiver Teil Deines Alltags wird.“

DANIEL ZWICKL

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Daniel, warum Tischtennis?

Bobby Fischer (US-amerikanisches Schachgenie und Weltmeister) hat einmal gesagt: „Tischtennis ist wie ein 100-Meter-Lauf, bei dem man gleichzeitig Schach spielt“ – und das bringt es auf den Punkt. Tischtennis erfordert Schnelligkeit, Kondition, Kraft, Ausdauer, aber eben auch eine große mentale Stärke – Tischtennis ist schon sehr anspruchsvoll. Gleichzeitig ist es, bezogen auf die Zeit zwischen zwei Ballkontakten, die schnellste Rückschlagsportart der Welt.

Auf der anderen Seite ist Tischtennis aber auch ein Spiel für alle. Man kann die Sportart leicht auf jedem Spielplatz mit Platte ausüben oder bis ins hohe Alter spielen.
Wenige Sportarten sind so vielseitig.

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Wie bekommt man Deiner Meinung nach die Jugend an die Platte?

Meiner Meinung nach ist es heute nicht mehr so leicht, junge Leute für eine Sportart zu begeistern. Es gibt viele „konkurrierende“ Freizeitangebote. Obwohl Sport viele stechende Argumente mitbringt: Sport ist Spaß, man lernt schnell neue Leute und oftmals auch Freunde kennen – Sport gibt Dir ein tolles Lebensgefühl, wenn es aktiver Teil Deines Alltags wird.

Leute, die die Leidenschaft für unsere Sportart nicht auf den ersten Blick packt, sollten ihr unbedingt eine zweite Chance geben. Tischtennis muss man sehen, erleben und vor allem ausprobieren. Ich kann nur jedem raten, sich mal ein professionelles Tischtennismatch bspw. der 1. Bundesliga live und vor Ort anzuschauen (Ochsenhausen, hat zufällig eine Mannschaft in der 1. Bundesliga) – was die Sportler hier leisten, ist faszinierend.

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Was macht einen guten Tischtennisspieler zu einem potenziellen Talent für das LMC?

Drei Eigenschaften sind essentiell: Wille, Motivation, mentale Stärke.

Das sind die Grundvoraussetzungen, damit wir mit dem Spieler gut arbeiten können. Im nächsten Schritt schauen wir uns an, welches Potenzial er am Tisch mitbringt und parallel, welche physischen Voraussetzungen vorliegen – wie weit ist er schon in diesem Bereich und wie weit kennt er seinen eigenen Körper und weiß diesen einzusetzen. Aber der vielleicht wichtigste Punkt: Erfährt er Unterstützung durch seine Familie und hat er hier den erforderlichen Rückhalt? Ohne die familiäre Unterstützung ist es nicht möglich, diesen Weg zu gehen.

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Was kann ein Talent, das am LMC startet, von Euch erwarten?

Zuallererst: Wir vollbringen keine Wunder am LMC. Wir bieten die besten Trainer Europas, optimale Trainingsbedingungen, professionelle Strukturen und Management. Noch wichtiger: Wir arbeiten mit Leidenschaft und Engagement für unseren Sport – das erwarten wir aber auch von unseren Talenten. Was viele Jungs reizt, ist die Möglichkeit, bei uns mit den aktuell besten jungen Talenten der europäischen Tischtennisszene zu trainieren. An der gleichen Platte wie Gauzy, Calderano oder Dyjas zu spielen und ihnen beim Training zuzuschauen – das gibt es nur am LMC! In unserer Halle, dem Sparkassen-Tischtennis-Leistungszentrum, trainieren nur junge, talentierte und motivierte Spieler Tag für Tag – das sorgt für eine besondere Stimmung unter den Spielern. Wie bereits erwähnt, aber ich betone es noch mal: Der Spieler muss einen starken Willen haben, Tischtennisprofi werden zu wollen. Das Leben bei uns ist nicht immer leicht – da möchte ich niemandem etwas vormachen, es kann phasenweise auch sehr hart sein. Wenn aber die richtige Einstellung vorhanden ist, helfen wir auch über diese Phasen hinweg. 

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Warum ist Eurer Meinung nach noch niemand vor Euch auf die Idee gekommen, in Europa ein TT-Leistungszentrum aufzubauen?

Ganz einfach: Es ist knallharte Arbeit. Man braucht viel Zeit, Energie sowie Durchhaltevermögen und Geduld. Außerdem ist es mit der sportlichen Ausbildung von Jungs im Alter zwischen 13 und 18 allein nicht getan. Wir sind für sie Ansprechpartner in allen Lebensbereichen. Wenn sie weit weg von ihrer Familie bei uns in Ochsenhausen sind, haben wir eine große Verantwortung ihnen und ihren Eltern gegenüber, die uns vertrauen und ihre Kinder in unsere Obhut geben. All das macht man nicht mal eben so. Zudem fehlt es an Trainern. Die Talente sind da.

Neben der richtigen sportlichen Struktur benötigt ein Leistungszentrum außerdem eine solide wirtschaftliche Basis. Das alles ist eine echte Aufgabe, der man sich stellen und die man übernehmen wollen muss.

Das hat vor uns noch keiner versucht oder daran geglaubt. Wir beweisen nun allen das Gegenteil.